Die 9 Wut-Typen

Auswertung deines Wut-Typen-Tests

Welchen Wut-Typen hast du am häufigsten markiert? Hier findest du zu den von dir markierten Antworten im Test die entsprechenden Wut-Typen-Beschreibungen. Lies dir durch, welcher Wutausdruck dir sehr vertraut ist, was die Motivation und das Ziel dahinter sind. Oft wirst du den Wutausdruck gewählt haben, den du in der Kindheit vorgelebt bekommen hast, der sich über Prägung in dir verankert hat. Damit gehst du den Weg, der dir am meisten Sicherheit gibt und aus deiner frühen Erfahrung heraus den größten Erfolg verspricht.

Es ist aber auch möglich, dass du nicht nur einen Wutausdruck kennst, sondern mehrere Wut-Typen in dir trägst. Dann sieh später im Test noch mal nach, in welcher Situation du gerade so reagierst. Oft agieren wir mit Kollegen zum Beispiel anders als mit unserem Partner, einer Freundin oder einem fremden Menschen. Auch in den eigenen vier Wänden verhalten wir uns vielleicht anders als in der Öffentlichkeit.

Unbewusste Wut-Typen

Furie / Choleriker

Wutausdruck: ungebremst nach außen, verbal oder auch körperlich.

Motivation: andere beschuldigen, bezichtigen, verantwortlich machen. Das Gegenüber durch Lautstärke und Intensität einschüchtern.

Vermeidet: Blick auf sich selbst, Selbstreflexion.

Strategie: Hau drauf, möglichst laut! Zerstört, was ihm vor die Finger kommt.

Beispiele für Gedanken oder Äußerungen: »Räum sofort deinen Mist hier weg oder ich raste aus!«, »Halt die Klappe!«, »Hier wird nach meiner Geige getanzt, damit das klar ist!«, »Wer glaubst du eigentlich, wer du bist?«.

Ignorant / Ignorantin

Wutausdruck: durch Schweigen oder Ignoranz.

Motivation: das Gegenüber zappeln lassen, bestrafen durch Entzug von Aufmerksamkeit.

Vermeidet: konkrete Ansprache des Themas und die Konfrontation mit dem Gegenüber.

Strategie: den anderen auflaufen lassen. Im Falle eines Konflikts, dem Auslöser aus dem Weg gehen. Das Gegenüber auch über einen längeren Zeitraum durch Ignoranz missachten.

Beispiele für Gedanken oder Äußerungen: Antwortet auf die Frage: »Was ist denn los?«: »Nichts«, »Ich hab doch gar nichts gemacht!«, »Der wird schon merken, was er davon hat«, »Ich zeig dir schon, wer hier am längeren Hebel sitzt«.

Klatschtante / Lästermaul

Wutausdruck: über Klatsch und Tratsch mit Dritten.

Motivation: Aufmerksamkeit bekommen und Allianzen bilden.

Vermeidet: direkte Kommunikation und Ansprache von Dingen, die stören; Konfrontation mit dem Gegenüber; unangenehme Gefühle, Vergleiche mit anderen.

Strategie: den Ruf anderer zerstören, andere bloßstellen, um sich selbst besser zu fühlen; Konkurrenzgefühle ausblenden.

Beispiele für Äußerungen: »Habt ihr schon von Herrn K.s peinlicher Präsentation gehört?«, »Wie kann man sich nur trauen, so etwas anzuziehen?«, »Hast du schon gehört, was Frau Meyer letzte Woche Unmögliches von sich gegeben hat?«.

Aktionist / Aktivistin

Wutausdruck: über Handlung und Aktivität.

Motivation: will die eigene Wut nicht fühlen oder ausdrücken müssen, kontrolliert und bevormundet andere.

Vermeidet: authentische Konfrontation, die Angst vor der Wut zu füh-len.

Strategie: nicht lang herumreden, sondern machen; Wut direkt in Handlung, Kontrolle umsetzen.

Beispiele für Gedanken oder Äußerungen: »Boah ne, das geht gar nicht! Das muss ich sofort ändern«, »Oje, wenn die das so machen, das geht ja voll den Bach runter. Ich übernehme das am besten sofort, um Schlimmeres zu verhindern«.

Selbstzerstörer / Selbstzerstörerin

Wutausdruck: auto-aggressiv, nach innen, innerer Dialog, selbstverletzendes Verhalten.

Motivation: niemanden außer sich selbst zu verletzen oder zu kritisieren.

Vermeidet: Konfrontation mit Gegenüber.

Strategie: Selbstzerfleischung, Selbstzerstörung – sich selbst körperlich verletzen, entweder durch Unachtsamkeit oder bewusst, auch aus Wut irgendwo gegentreten oder mit der Faust auf etwas draufhauen.

Beispiele für Gedanken und Äußerungen: »Vielleicht war es doch mein Fehler. Ich habe bestimmt etwas übersehen«, »Ist ja wieder typisch für mich!«, »So was kann nur mir passieren!«.

Heilige / Heiliger

Wutausdruck: zeigt keinen Wutausdruck, kreiert keinen eigenen Wutausdruck.

Motivation: Harmonie erhalten und Frieden stiften, von der Wut ablenken.

Vermeidet: Konflikte, authentische Auseinandersetzungen, Täterschaft, die Angst vor der Wut zu fühlen.

Strategie: Wut verleugnen, harmonisieren; lebt nach dem Motto »Wir haben uns alle lieb!«

Beispiele für Gedanken oder Äußerungen: »Schwamm drüber!«, »Hey, ist doch nicht so schlimm«, Sie hat es doch bestimmt nicht so gemeint«, »Kann doch jedem mal passieren«.

Zyniker / Zynikerin

Wutausdruck: passiv-aggressiv, verbal nach außen, spitze Kommentare, Sarkasmus, Zynismus, schwarzer Humor.

Motivation: Gegenüber aus Rache bloßstellen; andere verletzen, um eigenen Schmerz nicht zu fühlen; andere herabsetzen; wenn es mir schlecht geht, soll mein Gegenüber auch leiden.

Vermeidet: direkte authentische Konfrontation mit Gegenüber, Verantwortungsübernahme.

Strategie: andere verbal fertigmachen, zerstören. Die anderen sind schuld!

Beispiele für Gedanken oder Äußerungen: »Ist ja typisch!«, »Wie kann man nur so dumm sein!«, »Heute wieder auf Fettnäpfchen-Jagd?«, »Heute wieder Pascha, was?«, »Wieso räumst du nie hinter dir auf?«, »Das ist gut, könnte glatt von mir sein!«, »Du bist ja echt kreativ, so viele Fehler muss man erst mal hinbekommen!«

Nörgler / Nörglerin

Wutausdruck: über Negativität und Nörgeln.

Motivation: Aufmerksamkeit auf sich ziehen, Gruppen dominieren, Mitleid erregen.

Vermeidet: Übernahme von Verantwortung, bewusste Auseinander-setzung.

Strategie: Opfergeschichten erzählen, Miesepeter sein, an allem etwas aussetzen.

Beispiel für Gedanken oder Äußerungen: »Immer brauchst du so lange dafür!«, »Warum soll ich mich anstrengen? Hat doch sowieso keinenZweck!«, »Ich arbeite am härtesten und verdiene am wenigsten«, »Ooh, schon wieder langstielige Rosen. Du weißt doch genau, dass ich kurze Blumensträuße viel lieber mag!«.

Bewusster Wut-Typ

Krieger / Kriegerin

Wutausdruck: Wut für Handlung und Veränderung nutzen.

Motivation: Klarheit schaffen und Verbindung kreieren, in Handlung kommen.

Vermeidet: unverantwortlichen Wutausdruck, Rechtfertigung, Verteidigung, Geschichten zu erzählen.

Strategie: Unstimmiges in bewussten direkten Kontakt bringen, was nicht stimmt, verändern.

Beispiele für Handlungen: Wenn der Krieger einen Termin verschieben muss, erklärt er nicht lange, warum, sondern macht neue Terminvorschläge. Wenn etwas nicht klappt, lamentiert er nicht, sondern findet neue Möglichkeiten. Wenn es einen Verkehrsstau gibt, verschwendet er die Energie nicht durch Flüche oder Wutausbrüche, sondern findet Wege, um die Zeit sinnvoll zu nutzen. Wenn eine Entscheidung ansteht, zögert der Krieger sie nicht hinaus und übernimmt Verantwortung für die Konsequenzen.

*Quelle: Buch: ‚Wutkraft’ – Autorin – Friederike von Aderkas – erschienen 2021: BELTZ Verlag, ISBN: 978-3-407-86644-8

📨 Bleib in Verbindung!

Der WutKraft-Newsletter

* Angaben erforderlich
Einverständnis

Intuit Mailchimp