Liebe WutKraft – Interessentin, lieber WutKraft – Interessent!
Es ist wieder soweit.
Weihnachtszeit. Lichterzeit. Harmonie. Freude. Kekse. Geschenke. Familie. Weihnachtsbaum. Kirche. Glückseligkeit. Zeit zum Durchatmen, zum Ausklingen lassen des Jahres, zum Zusammensein und Verbundensein.
Kennst du diese Vorstellungen oder Erwartungen?
Wie geht es dir damit? Wird es in deinem Brustkorb eng oder weit? Wird dir heiß oder kalt? Schwelgst du schon seit Wochen in Vorfreude auf dieses Datum oder wünschtest du der ganze Trubel sei bereits vorbei?
In meiner Beobachtung ist Weihnachten das Fest, an das die meisten Erwartungen, Sehnsüchte und Ansprüchen geklebt sind.
…und damit gehen nicht selten Konflikte, Spannungen und Resignationen einher.
Meine Hypothese ist:
Die häufigsten Konflikte entstehen aufgrund von unerfüllten Erwartungen und mangelnder Selbstfürsorge.
Erwartungen an…
… das Wie?, das Wo?, den Partner, die Partnerin, die Kinder, die Eltern, den Ablauf, das Essen, die Geschenke, die Harmonie, die Musik, die Leichtigkeit, die Unbeschwertheit
Wer entscheidet darüber? Wer hat die Gestaltungsmacht?
Werden die Erwartungen in deiner Familie ausgesprochen oder gleichen sie eher einer stillen jahrelang gültigen Vereinbarung an der zu rütteln sich niemand traut? Verbringst du ggfs. Jahr um Jahr ein Weihnachtsfest das aufgebaut ist auf ausgesprochenen oder unausgesprochenen Erwartungen, die nicht deiner eigenen Vorstellung entsprechen?
Das Erstaunliche ist:
- Erwartungen haben wir zum einen an uns selbst.
- Erwartungen habe wir zum anderen an unser Gegenüber.
So wie ich darauf schaue, sind Erwartungen der sichere Tod für Co Kreation.
Warum?
– Weil sie keinen Verhandlungsspielraum bieten.
Eine Erwartung wird erfüllt oder nicht.
Die Schwierigkeit, die häufig noch dazu ins Spiel kommt ist:
Wir gehen davon aus, dass unser Gegenüber unsere Erwartungen kennt.
Damit sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Und wie oft gehen wir mit diesen Enttäuschungen dann konstruktiv in Kontakt? Bzw. was heißt hier eigentlich konstruktiv. Und was ist eine Enttäuschung.
Bei unerfüllten Erwartungen ist in meiner Beobachtung häufig die Wut das Gefühl, was auftaucht. Das stimmt für mich nicht, dass meine Erwartung nicht erfüllt wird.
In solchen Situationen laufen wir schnell Gefahr unsere Wut destruktiv gegen uns selbst oder gegen unser Gegenüber zu wenden. Und das führt schnell zum Konflikt – nicht selten zu Kontaktabbruch, Trennung, Schmerz oder Selbstverletzung. Vermutlich alles Empfindungen die jede/r gerne besonders in der Weihnachtszeit vermeiden würde.
Doch was ist die Alternative?
– Wünsche!
Denn Wünsche haben im Gegensatz zu Erwartungen den Spielraum, das offen bleibt, ob sie erfüllt werden oder eben nicht.
Es findet keine Verhaftung statt, dass der Wunsch in Erfüllung geht. Erfüllt sich mein Wunsch nicht, entscheide ich, ob ich meine Traurigkeit darüber ausspreche oder für mich fühle. Auf jeden Fall dient mir meine Traurigkeit der Annahme dessen was ist.
In diesem Sinne wünsche ich dir ein erwartungsreduziertes und mit Wünschen gefülltes, friedvolles Weihnachten und einen guten Übergang ins neue Jahr.
Wünschst du dir noch Unterstützung für deine innere Ausrichtung zum Thema ‚Erwartungen‘, dann findest du unter dem Foto noch ein Special dazu.
Ich freue mich, wenn ich dir noch ein paar Möglichkeiten für Weihnachten mit auf den Weg geben darf.
Herzliche Grüße,
Friederike von Aderkas